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Chronik Reyershausen

Dorfchronik in Kurzform

1229 Urkundlich erstmals Erwähnung
Am Nordrand des Göttinger Waldes, eingerahmt von den weit vorstoßenden
Bergnasen der Ratsburg im Osten und der Wittenburg im Westen, liegt Reyershausen. Die starken Quellen in diesem Gebiet werden wohl mit ein Grund
zu ersten Ansiedlungen gewesen sein. Wann dies geschah, liegt im Dunkel
der Geschichte. Grabungen im Bereich der beiden Fliehburgen Ratsburg und
Wittenburg förderten Fundstücke hervor, die in die frühe Eisenzeit zu datieren
sind. Über die Deutung des Ortsnamens gibt es verschiedene Lesarten, jedoch
ohne abschließende Klärung.
Nach Auskunft von Professor Dr. Aufgebauer gibt es eine Erwähnung des
Ortes im Zusammenhang mit einer Schenkung der Herren von Plesse im Jahr
1205 an das Kloster Lamspringe. In der Urkunde vom 14. April 1205 wird unter
anderen als Zeuge ein Arnoldus de Redinceshusen genannt. Ob damit
Reyershausen gemeint ist jedoch unklar.
Über 600 Jahre gehört das Dorf zur Herrschaft Plesse. Ab 1816 zum Königreich
Hannover und nach dem Bruderkrieg von 1866 zum Königreich Preußen. Im
Gemeindegebiet gibt es zwei aufgelassene Dorfstellen (Wüstungen) Stumbeck
(in einer Urkunde von 1315 genannt) und Backenhusen (von dem schon 1284
berichtet wird). Durch zahlreiche Scherbenfunde sind diese ehemaligen Dorfstellen lokalisiert.
1337 Hermann und Gotschalk von Plesse verkaufen dem Abt des Klosters Steina
ihr freies Gut in Redingeshusen.
1436 Heinrich von Redingeshausen hat als Lehen 3 Hufen und 3 Höfe.
1441 Der Müller von der Rodemühle hat Lehngüter in Reddingeshusen.
1453 Heinrich Hardenberg kauft von Tilen Crevets Kindern 3 Hufen Land und 3 Höfe zu Redingehusen.
1493 Zwischen Diderich Herr zu Plesse und Johann von der Recke wird ein Ver
gleich erzielt über das Vorwerk und den Zehnten zu Reddingeshausen.
1524 Diderich Herr zu Plesse verkauft sein Vorwerk zu Reddigehausen an Lorenz Witten.
1538 Michel Hagemann erhält eine Wiese bei der Rodemühle als Lehen.
1558 Am heiligen Osterabend erlaubt Diethrich von Plesse dem Jürgen Vuste den
Bau der Unteren Rodemühle. Die Obere Rodemühle ist Eigentum der Plesser und wird als Lehen vom
jeweiligen Müller bewirtschaftet. Die Mühle besteht schon 1441 (lt. Heinz Schmidt, Cal Or. Lücke)

1571 Erste bekannte Statistik über Reyershausen im Salbuch der
Herrschaft Plesse.
1571 22.05. Plesse fällt an die Landgrafen Hessen-Kassel
Als im Jahre 1571 Dietrich der IV. von Plesse stirbt, ohne einen männlichen
Erben zu hinterlassen, nutzt der benachbarte Landgraf Wilhelm von Hessen
die günstige Gelegenheit, um sich den Besitz der Burg der Herrschaft Plesse
anzueignen. Weil die Landgrafen von Hessen Anhänger des Reformators Huldreich Zwingli sind, führen sie auch in ihrem Lande das evangelisch-reformierte
Bekenntnis ein und so kommt es, dass die Bewohner der Plessedörfer noch
heute zu der evangelisch-reformierten Kirche gehören. Mitten im welfischen
Niedersachsen entsteht eine hessische Enklave. Die neuen Herren fördern die
wirtschaftliche Entwicklung Bovendens durch eine umsichtige Forstwirtschaft,
erteilen die Erlaubnis, Jahrmärkte abzuhalten, unterstützen die Ansiedlung
von Handwerkern und Kaufleuten sowie die Einrichtung einer Brauerei.
1578 Amtmann Heinrich Hesse hat einen Meierhof in Reiershausen.
1618 Beginn des Dreißigjährigen Krieges.
Besonders die Jahre 1624 bis 1626 treffen unsere Vorfahren sehr hart. Tilly
Kaiserliche Truppen ziehen durchs Leinetal und suchen die Dörfer heim.
1621 Hanns Witten von Reygershausen, der Trommelschläger, wird als Göttinger
Bürger genannt.
1648 Am Ende des Dreißigjährigen Krieges leben von ehemals 36 Familien noch
10 im Dorf. Es ist die größte Verlustzahl in den sieben Plessedörfern.
1656 Einführung eines Kirchenbuches.
1674 Erste Nennung eines Schulmeisters in Reiershausen. In der Schulchronik

von Reyershausen ist als erster Lehrer in Reyershausen ein Johann Ludolph
Aue, im Nebenberuf Leineweber, genannt.
1695 Erster Kirchenbau in Reiershausen.
Bis dahin das einzige Dorf in der Herrschaft Plesse ohne Gotteshaus.
Ein Fachwerkbau, bei dem viel Eibenholz verwendet wird. „Am 14. Mai 1695
wurde Adam Teuteberg, Blankenhagen, Wittiber (Witwer), mit Else-Marie
Wiegand kopuliert. Dies ist das erste Paar, das in der neu errichteten Kirche zu
Reyershausen kopulieret wurde.“ (aus „Eddigehäuser Kirchenbuch“).
1724 Wieder 25 bewohnte Häuser, dazu 14 weitere Haushaltsvorstände.
1746 Stiftung der alten Schützenkette.
1793 Jedes Haus hat eine Hausnummer.
1810 Kauf des Hauses Nr. 12 als Schulhaus und Lehrerwohnung.

1830 Hagelunwetter
Am 18.7.1830 kam es zu einem Hagelunwetter mit anschließenden
katastrophalen Ernteausfällen. Eine Spendenliste des königlichen
hannoverischen Amtes in Bovenden führt Samen, Brot-Früchte und
Wintergemüse auf.
1833 Neubau der Kirche.
Nach gut einjähriger Bauzeit wird 1833 die neue Reyershäuser Kirche (mit
neuer Kanzel und neuem Abendmahlstisch) in Gebrauch genommen. Die
seinerzeit eingemauerte Urkunde wird bei der Renovierung 1934 gefunden
und abgeschrieben.
1846 Missernten der relativ neu eingeführten Kartoffel (1775) und Getreide.
Veraltete Wirtschaftsformen (Dreifelderwirtschaft), Bevölkerungswachstum
und nicht genügend Erwerbsmöglichkeiten sorgten für Hunger.
1852 28.02. Vorsteher der Gemeinde.
Johann Heinrich Schmidt wird am 28.02.1852 zum Vorsteher der Gemeinde
Reyershausen gewählt. Dieses Amt verwaltet er 42 Jahre zum Wohle der
Gemeinde, bis zu seinem Tode am 20.04.1894. Ab dem 07.02.1860 führt er
den Titel „Bauermeister“.
1854 Bau des Forsthauses.
1855 Ablösung der Herrendienste.
1855 Ablösung der Weiderechte.
1855 Die Landstraße von Marienstein nach Ebergötzen wird ausgebaut.

Der Tischler Bothmann gibt daraufhin seinen Beruf auf und wird
Chausseewärter.
1855 Das Haus Nr. 15 (heute Kirchstraße) wird von der Gemeinde für 425 Taler
als Schulhaus und Lehrerwohnung erworben
. Bis zu diesem Kauf hat der
derzeitige Lehrer Gerstenberg im Altteil des Hauses Nr. 10 im Obergeschoss
einen Raum angemietet, der ihm als Schneiderwerkstatt und
Unterrichtsraum diente.
1864 Bau eines Spritzenhauses.
1864 22.05. Ratsbeschluss zum Kauf einer Handdruckfeuerspritze.
1863 23.10. Großbrand in den Anwesen 35, 18 und 19 (Hausnr. vor 1869)

Bei einem Großbrand brennt ein Anwesen vollständig ab. Es wird 1864/65
wiederaufgebaut. Auch die Höfe Nr. 19 und 35 erleiden das gleiche Schicksal.
Aus diesem Anlass wird 1865 eine nur dem Dorf gehörende Feuerspritze an
geschafft

1864 / 1865 Bau des ersten Spritzenhauses.
1869 30.06. Durch den Rezess über die Verkoppelung der Feldmark Reyershausen

beträgt die Gesamtfläche 733 Morgen und 20,5 Ruten.
Mit dem Protokoll vom 16.10.1866 wurde der Antrag auf die Verkoppelung
der Feldmark Reyershausen gestellt. Mit dem Rezess über die Verkopplung
vom 30.06.1869 fand die Angelegenheit ihren Abschluss. Die Gesamtfläche
der Gemeinde betrug 733 Morgen und 20,5 Ruten. Nach jahrelangen Ver
handlungen, an denen der Bauermeister Schmidt (Kirchstr. 7) maßgeblich
beteiligt war, wurde auch die Ablösung der Brennholzrechte zu einem
guten Abschluss gebracht. Die Gemeinde bekam eine Ablösungssumme
von 19.322,70 Mark.
1871 Entwicklung zum Drechslerdorf.
Das alte Dorf Reyershausen, ursprünglich zur Herrschaft Plesse gehörend,
ist mit Glücksgütern nicht gesegnet. Die Feldflur ist klein (ca. 1000 Morgen),
die Böden sind zum Teil sehr tonig, schwierig zu bearbeiten und bringen keine
hohen Erträge. So ist die Entwicklung des Dorfes nach 1870 stark rückläufig.
In 55 bewohnten Fachwerkhäusern leben 67 Familien, von denen
63 zumindest Kleinvieh halten. Die durchschnittliche Betriebsgröße von 4 ha
reicht für die Lebenshaltung nicht aus. Die notwendigen Geldmittel müssen
meist in einem anderen Beruf verdient werden. Im benachbarten
Staatswald und im Nörtener Wald kann nur eine beschränkte Arbeiterzahl
und diese meistens nur im Winter beschäftigt werden, ebenso in den
benachbarten kleinen Steinbrüchen. In Reyershausen findet man eine andere
Lösung: Es wird das Dorf der Drechsler. Noch 1900 sind 90 Drechsler in
17 Betrieben tätig. Einige Meister beschäftigen 6–10 Gesellen. Die
Erzeugnisse werden, außer in der Umgebung, auf Märkten in Kassel,
Braunschweig und sogar Frankfurt abgesetzt, wohin einige Drechsler ihre
beladenen Karren schieben.
1874 Bau des Schlosses Löseck.
1875 Bau von zwei Wasserleitungen zum Forsthaus und Schloss Löseck.
1885 Ablösung der Brennholzrechte.
1885 Das Dorf zählt jetzt 358 Einwohner

1889 05.06. Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Reyershausen.
Der erste Hauptmann und Gründer der Freiwilligen Feuerwehr Reyershausen
ist Nicolaus Hepe. Dieser wird nach einigen Jahren von dem Tierarzt Wilhelm
Vollbrecht abgelöst. Ihm unterstehen schon damals 40 uniformierte
Feuerwehrmänner.
1898 Glockenguss in Reyershausen.

1903 Bau der gemeindlichen Wasserleitung.
1905 Erste Kalisalzabbauverträge.

Erste Kalisalzabbauverträge zwischen dem Senator Bartels und den
Gemeinden Sudershausen, Spanbeck, Nörten, Bishausen, Ober- und
Unterbillingshausen und Reyershausen.
1906 Übereignung der Verträge an Gewerkschaft Gertrudenhall.
1906 25.02. Wilhelm Ilge wird zum Bauermeister gewählt.

Er betreut die Gemeinde in der Zeit des Aufbaues des Kaliwerkes und in den
schweren Kriegs- und Nachkriegsjahren, bis 1924 eine neue
Gemeindevertretung gewählt wird.
1906 01.12. Salzabbauverträge mit Kaliinteressengenossenschaft.
Am 1. Dezember 1906 erschienen vor dem in Reyershausen anwesenden
königlichen Notar Dr. Engelbert Berendes aus Northeim, der Unternehmer
Senator Friedrich Bartels aus Markoldendorf und jene 30 Grundbesitzer
der Feldmark Reyershausen. Sie erklärten, dass sie dem zwischen den
Gemeinden Bishausen, Sudershausen und Spanbeck abgeschlossenen
Salzabbauvertrag und seinen Nachträgen in allen Punkten beizutreten bereit
seien. Eine Ergänzung über die Regelung der Schul- und Kirchlasten wurde
hinzugefügt. Diese Salzabbauverträge sicherten das Schürfrecht und der
Förderzins brachte den Grundeigentümern in guten Förderjahren bis
zu 40,00 DM je Morgen (0,25 ha). Er wurde nach der oberirdischen Fläche
des Besitzes berechnet und ausgezahlt. Neben der Gewerbesteuer, die in
Spitzenjahren mehr als 1 Million DM ausmachte, musste das Werk für die
erhöhten Kosten bei Schul- und Straßenbau, Kanalisation und
Straßenbeleuchtung aufkommen. So kam Wohlstand in unser Dorf ...
1908 18.12. Die ehemaligen Hirtenhäuser brennen ab.
(Siehe Karte Seite 568 Billingshäuser Str.) Die Realgemeinde errichtet ein
neues Hirtenhaus im Süden des Ortes (Jetzt: Borntalstraße 2).
1909 - 1910 Aufschluss-Bohrung im Nörtener Wald 934,8 m tief.
weitere Aufschluss-Bohrungen folgten u.a. 1910–1911 bei der Tückemühle
807 m tief und 1911–1912 bei Holzerode 843,3 m tief.
Aufschlussbohrungen sind nötig, um geologische Profile zu erkunden, also
den Schichtenaufbau festzustellen.
1910 8 ha Land wird für den Kalischacht erworben – 4.000 Mark je Morgen
1Mg Land = 0,25ha.
Als Standort für die Anlage des Werkes werden im Jahr 1910 ein zunächst
8ha großes Grundstück im oberen Teil des Rodetals ausgewählt und zu dem
für damalige Zeit sehr hohen Preis von 4.000 DM je Morgen erworben. Im
Jahr 1911 wird mit dem Niederbringen der beiden Schächte Königshall und

dem in 205 m östlicher Richtung entfernten Schacht Napoleon begonnen.
Fördertürme aus Holz werden errichtet. Ein Kesselhaus für die
Kraftstromerzeugung, ein Verwaltungsgebäude, behelfsmäßige Unterkünfte
und eine Kaue mit Umkleide- und Waschräumen für die von außerhalb
hergezogenen Facharbeiter werden innerhalb kurzer Zeit erstellt. Ein
vollspuriger, ca. 5,5 km langer Gleisanschluss wird vom Bahnhof Nörten
entlang der Landstraße im Rodetal bis in das Werksgelände gelegt,
um zunächst das notwendige Material heranzuschaffen und später das in der
Hauptsache gewonnene Kalisalz abtransportieren zu können. Vom
Umspannwerk in Grone wird schließlich auf einer gesonderten
Starkstromleitung mit 15 000 Volt Spannung die zusätzlich notwendige
elektrische Energie herangeführt.
1910 Das Dorf zählt nur noch 270 Einwohner.
1910 Beginn der Teufarbeiten.

Die rückläufige Entwicklung des Ortes tritt 1910 mit dem Abteufen der
Schächte ein. Durch den Beginn der Kalisalzförderung und dessen
Verarbeitung in den Fabrikanlagen kommt es zu einem völligen Wandel:
Außer den Fachkräften, die von außen herangezogen werden, können viele
Einheimische eine einträgliche Beschäftigung unter Tage und in der Fabrik
finden. Das Werk kauft für den damaligen Direktor das sogenannte Schloss
Löseck, die Fachwerkbauten des ehemaligen Gutshofes im Rodetal und die
beiden Mühlen auf. Es werden Wohnungen für Arbeiter und leitende
Angestellte geschaffen. Später werden noch drei Wohnblocks in
unmittelbarer Nähe des Kalibergwerkes errichtet. Viele Kleinbauern und
Handwerker geben ihre Betriebe auf, bleiben in den eigenen Häusern
ortsansässig und werden damit auch werksverbunden.
1910 Dorfschmiede
Der 1891 geborene Sohn Wilhelm Heinrich Louis Schnelle (Mutter geb.
Schrader) erlernt das Schmiedehandwerk und absolviert noch eine
Sonderausbildung als Hufschmied. Nach seiner Meisterprüfung baut er im
Garten des Grundstückes eine für die damalige Zeit moderne Dorfschmiede.
Nach vielen Jahren gibt es nun wieder eine Schmiede im Dorf und die Bauern
brauchen zum Beschlagen ihrer Pferde nicht mehr in die Nachbardörfer zu
ziehen. (Siehe II Buchteil Kirchstraße 4)
1910 Übertragung der Verträge des Kaliwerks an die Germania
Bergbaugesellschaft.
1911 01.11. Abteufen der Schächte Königshall u. Hindenburg.
Schacht Hindenburg hieß bis 1914 „Napoleon“. Endteufe 875 m
November 1911–1914.
1912 Übertragung an die Reyershäuser Bergbaugesellschaft, Hannover.

913 Anschluss der Werksbahn an die Staatsbahn.
1913 01.07. Beginn der Fremdstromversorgung des Kaliwerkes.
1913 01.11. Das Kalilager wird angefahren. Das Auffahren der Strecke beginnt.
1915 01.11. Beginn der Förderung von Rohsalz.
1920 Anschluss der Gemeinde an die überörtliche Stromversorgung.

Bereits 1919 wurde die Errichtung einer Trafostation auf dem Grundstück des
heutigen Feuerwehrgerätehauses beschlossen.
1920 01.05. Dreifaches Dynamitattentat.
1921 Gründung der Dreschmaschinengenossenschaft.

Bis 1963 wurde im Dreschschuppen, neben der Trafostation, von denjenigen
Familien gedroschen, die über keinen eigenen Scheunenraum verfügten.
1921 Gründung des Männergesangvereins mit ca. 35 Mitgliedern.
Leider sind die Niederschriften des Vereines in der furchtbaren Bombennacht
1944, als das Haus des 1. Vorsitzenden durch eine Bombe zerstört wird und
verbrennt, verloren gegangen.
1921 Gründung des Sportvereins „Tuspo Jahn“.
1922 Der Bau der notwendigen Tagesanlagen zum Bergwerksbetrieb wie die
Gebäude zur Vermahlung und Lagerung wird abgeschlossen. Man konnte von
nun an täglich 12.000 dz hochprozentigen 20% Kalis verarbeiten.
1926 Brand des Hauses Nr. 51/39.
1926 Das Dorf zählt 496 Einwohner, verdoppelt seit 1910.
1929 Bei einem Großbrand brennen die Häuser Nr. 31, 32 und 33 ab.

Für die Göttinger Berufsfeuerwehr ist es der erste Einsatz einer neuen großen
Motorspritze.
1930 Neubau der zweiklassigen Volksschule.
1932 Feuerteich wird erstes Freibad.
1934 18.06. Einweihung des Freibades

Als eine der allerersten Gemeinden im Landkreis Göttingen hat Reyershausen
ein Schwimmbad erhalten. Das Grundstück gehörte der Realgemeinde.
Bereits Ende 1933 wird der Bau eines Schwimmbades auf dem Wege der
Notstandsarbeit in Angriff genommen und später durch gemeinschaftlichen
Einsatz vollendet, sodass diese vorbildliche Anlage schon am 18. Juni 1934
eingeweiht werden kann.

1938 28.01. Nach einem Laugeneinbruch Aufgabe von Königshall-Hinderburg.
Am 28. Januar 1938 tritt nach einem Knistern im Salzgebirge Lauge in einer
Stärke von 1 cbm/min. aus. Die Einbrüche verstärken sich im Laufe der Zeit
immer mehr. Durch Einbau mehrerer Rohrleitungen und dem Einsatz einer
Kreiselpumpe hofft man des Wassers Herr zu werden. Doch die Lauge steigt
in den Grubenräumen immer höher. Man versucht durch fünf Mauerdämme
eine Abdichtung zu erreichen, doch das unter hohem Druck stehende Wasser
dringt auch seitlich durch.
1939 Am 6. Januar müssen die Schächte aufgegeben werden. Die Laugen steigen
bis 1948 bis auf einen Pegel von ca. 60 Meter unter Tage im Schacht
Königshall und 40 Meter im Schacht Hindenburg an. Das Werk wurde
stillgelegt. Das bedeutete für die Belegschaft hier das plötzliche
berufliche „Aus“.
1939 Übernahme des Werksgeländes durch die Aerodynamische Versuchsanstalt.
Während des letzten Krieges dienten die Tagesanlagen des Werkes zu
Forschungen der Aerodynamischen Versuchsanstalt (AVA) in Göttingen. Im
Salzspeicher III wurde ein Windkanal eingerichtet.
1944 27.06. Bombenangriff.
„Um 1.30 Uhr werden alle unerwartet mitten in der Nacht durch ein
Bombengeschwader aus dem Schlafe aufgeschreckt. Plötzlich stehen rings um
das Dorf ,vier Tannenbäume‘ –Zielangabe für Bomber– hell leuchtend am
nächtlichen Himmel und schon krachen ca. 15–20 Bomben, mit denen die
Waldränder abgestreut werden. Ein Geschoss – es ist wohl eine Mine – fällt
mitten in das Dorf in die Schulstraße, bringt mit gewaltigem Krach vier Häuser
zum Einsturz und beschädigt durch seinen gewaltigen Sog sämtliche Häuser
des Ortes. Mehrere Tausend Fensterscheiben zerbrechen und sämtliche
Dächer werden zerstört. 17 Menschen werden durch die Splitter getötet oder
unter den Trümmern begraben.“ (Bericht von Wilhelm Ahlborn in der
Festschrift Gemischter Chor 1961)
Die 1944 beim Angriff in der Schulstraße zerstörte Feldscheune ist im Garten
hinter dem Haus wiederaufgebaut worden.
1946 01.10. Beginn der Abdichtungsarbeiten auf Königshall-Hindenburg.
Bereits Mitte 1945 werden Pläne gefasst, das Kaliwerk Reyershausen mit
seinen besonders hochwertigen Salzen wieder in Gang zu bringen. Anfang
August 1946 wird das Werksgelände von der Besatzungsmacht freigegeben.
Dies führte nach langwierigen Arbeiten unter der Leitung von Bergassessor
Dr. Ing. Ulrich Storck zum Erfolg und stellte die erste gelungene Aufwältigung
eines total ersoffenen Kalibergwerkes dar. Der Wiederaufbau der
Werksanlagen war 1956 weitgehend abgeschlossen.

1947 Das Dorf zählt 809 Einwohner, verdoppelt seit 1926 u.a. durch Flüchtlinge
und Evakuierte.
1950 Von Dez. 1950 an wird mit dem Aufschluss und der ersten Förderung der
Kalisalze begonnen.
1955 Neubau der gemeindeeigenen Wasserleitung.
1958 16.05. Richtfest der Sporthalle.

Der Turnhallenbau ist anfänglich zurückgestellt worden, weil die
Trinkwasserversorgung und der Schulerweiterungsbau vordringlicher
gewesen sind. Die Bevölkerungszusammensetzung in Reyershausen ist anders
als in rein landwirtschaftlichen Gemeinden und deshalb sind die
Lebensansprüche auch andere. Die Sporthalle wird als Mehrzweckhalle
erbaut, in der auch kulturelle Veranstaltungen durchgeführt werden können
und in der ein reges Vereinsleben sich in den Diensten an der Gemeinschaft
entfalten soll.
1960 Bau des Ratsburgbades.
1961 Gründung des Schulzweckverbandes „Plesse“.
1963 Einweihung der Plesseschule.
1963 10.08. Brandstiftung

Durch Brandstiftung gehen Scheunen und Ställe der Landwirte Echner und
Steinhoff in Flammen auf. Mit Unterstützung der Berufsfeuerwehr Göttingen
können nur noch die angrenzenden Gebäudeteile gerettet werden. Der
Brandstifter kann gefasst werden.
1963 11.09. Einweihungsfeier der Mittelpunktschule.

Nach 6-jähriger Bauzeit und Vollendung des zweiten Bauabschnittes wurde
die Mittelpunktschule Reyershausen offiziell ihrem Schulleiter, Rektor
Diekmann, übergeben.
1964 28.06. Unsere Feuerwehr feierte das 75-jährige Stiftungsfest
, welches mit
den Unterkreiswettkämpfen verbunden war.
1965 Bau der Kanalisation und Kläranlage.
1965 Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses.
1964 wurden der Dreschschuppen und das Trafogebäude abgerissen
. Nach
dem Ankauf des alten Feldweges errichtete die Gemeinde 1964–1965 auf
dem nun vergrößerten Grundstück ein neues Feuerwehrgerätehaus mit zwei
Wohnungen und Räumen für die Gemeindeverwaltung.
1968 Straße nach Eddigehausen wird ausgebaut, wodurch Göttingen schneller
erreicht werden konnte.

1968 Zwei neue Glocken für das Kirchengeläut.
1969 21.02. Aufgabe des Kaliwerkes aus rein wirtschaftlichen Gründen.
1972 Bau eines Kindergartens.
1972 05.06. Gründung der Frauenfeuerwehr – erste Frauengruppe in der
Bundesrepublik.

Göttinger Tageblatt vom 7. Juni 1972. Reyershausen. Feminine
„Muskelprotze“ folgten am Montag, 5. Juni 1972, dem Kommando von
Gemeindebrandmeister Siegfried Wedemeyer. Acht wackere Feuerwehrfrauen
„spurten aufs Wort“ – wie es sich nun einmal für ein richtiges Mitglied der
Freiwilligen Feuerwehr gehört. Die etwas weiten und plumpen Overalls ihrer
männlichen Kollegen konnten die sicherlich sonst so eitlen Damen nicht aus
der Ruhe bringen, mehr jedoch ein Gewitterschauer, der ihre „Fernsehshow“
um eine Viertelstunde verspäten ließ. Nachdem die Sonne wieder hinter den
Wolken erschienen war, zeigten sie, was sie in wochenlangen Übungsabenden
gelernt hatten: vollendete Beherrschung aller feuerwehrtechnischen
Einrichtungen. Während der Übung wurden die Feuerwehrfrauen von einem
Kamera-Team des Norddeutschen Rundfunks aus Hannover beobachtet. Das
Interesse der Herren aus der Landeshauptstadt war durchaus berechtigt, denn
der Frauen-Feuerwehrlöschzug war der erste seiner Art in der Bundesrepublik.
1981 16.03. Gründung des Verschönerungsvereins.
1. Vorsitzende Anne Riemann, Schriftführer Inse Jansen,
Kassierer Walter Topp, Beisitzer Elli Wilde, Brigitte Gloth,
Friedel Lehmann
1982 01.10. Sprengung der beiden Schornsteine des Kalibergwerks.
1982 15.11. Vertrag über den Rekultivierungsplan der Kalihalde.

Im Einvernehmen mit Kali und Salz AG, dem Landkreis Göttingen sowie der
Unteren Wasserbehörde und dem Bergamt Goslar begannen 1977 die
ersten Bodenanschüttungen. Am 15. November 1982 wurde zwischen Kali
und Salz AG und dem Flecken Bovenden ein Gestattungsvertrag über die
Nutzung eines Teils der ehemaligen Kalihalde für Bodenablagerungen
geschlossen. Bestandteil dieses Vertrages ist ein Rekultivierungsplan
(25.06.1982) von Prof. Dr. Rolf Zundel, Eddigehausen, der dem Institut für
Forstpolitik, Holzmarktlehre, Forstgeschichte und Naturschutz vorsteht. Der
Plan basiert auf einer Diplomarbeit (1980) des Forststudenten Hüttner
(Göttingen), zur Begrünung und weiteren Nutzung der Halde.

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